Unser liebes Federvieh

Von Hühnern, Enten und Gänsen

Unterwegs in Österreich – auf ORF2 aus dem ORF Landesstudio OÖ.
Von Erich Pröll

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Unsere heimischen, gefiederten Mitbewohner – die Hühner, Enten und Gänse, sind immer mehr in den Mittelpunkt gerückt, da die Herkunft der Eier, der Brathendln und Martinigansln für viele nicht nachvollziehbar waren und die Konsumenten nicht mehr wollten, dass sie Eier und Geflügel möglicherweise aus Massentierhaltungen aus dem Ausland vorgesetzt bekommen. Die Nachfrage nach heimischer Zucht wurde immer größer und so haben manche Landwirte eine Marktnische versucht und es läuft, bzw. watschelt gut mit den Enten, Gänsen und den Hühnern.

 

Sie sind „Unterwegs in Oberösterreich“ – die Weidegänse. Egal ob das Ei oder die Gans zuerst da war, die Gänseeier werden jedenfalls pünktlich ausgebrütet – in der Brutstation von Alois und Rosemarie Maringer. Vom Frühling bis zum Herbst kommen sie jeden Donnerstag zur Welt – 2500 Gänseküken, die Gössel. Die Eier liegen 31 Tage in den Brutkammern und dann ist es soweit – ein süßes, flauschiges Gewusel kämpft sich aus der Eischale. Ihr weiteres Leben findet auf der Weide von Heidi Hebesberger statt – no na net, es sind ja auch Weidegänse. Ein herrliches Leben, das abrupt zu Martini endet. Beim Ganslessen im November wird ausgeschnapst, wer die Zeche zahlt.

 

700 Hühner legen 700 Eier jeden Tag bei der Familie Lugmayr. Sie laufen durch ein Rohr unter der Gemeindestraße vom Stall  auf die Weide. Glückliche Hühner, die köstliche Eier legen. Unterschiedlich ist der Charakter und das Verhalten der Hendln. Die einen sind eifrig, eilen auf die Wiese, zupfen am Gras, stellen sich wie Musterschüler an, um in den Legekästen ihr Ei zu legen und gackern voll Begeisterung, weil es wieder gelungen ist. Andere wiederum sind die Genießer, die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie buddeln in der Abendsonne in der staubigen, warmen Erde und vergessen dabei ganz, wieder in den Stall zum Übernachten zurückzukehren, verpassen den „letzten Bus“ und die Tür schließt sich automatisch. Wenn der Fuchs den Zaun nicht überwinden oder untergraben kann, dann sehen diese Hennen als erste den Sonnenaufgang.

 

25 Eier auf einmal, das schaffen die Strauße des Franz Gugler, denn soviel wiegt ein Ei der über zwei Meter großen Vögel, die in Gramastetten gezüchtet werden. 20 Stück dieser stolzen Tiere leben hier auf der Weide und sie sind robust und das ganze Jahr im Freien. Wie ein Wesen aus dem Jurassic Park wirken sie, wenn man die Füße betrachtet. Es sind die einzigen Vögel mit zwei Zehen. Kuscheltiere sind sie nicht und ein ausgewachsenes Männchen, das bis zu 150 Kilo schwer wird, kann sein Revier schon heftig verteidigen.

 

Die Laufenten von Helga Aschauer watscheln mit langem Hals und stolz erhobenen Kopf über die Wiese, vernaschen mit Vorliebe Schnecken und wirken wie eine eingeschworene Truppe im Gänsemarsch – obwohl sie doch Enten sind. Wie frisch vom Friseur sehen die Seidenhühner von Simon Infanger aus, sie haben eine ganz besondere Federpracht am Kopf.

 

Zusätzlich zu den bunten Enten, Gänsen und Kranichen im Teich von Thomas Lifka, den faszinierenden Puten, dem stolzen Hahn mit seinen Hennen am Bauernhof und den prämiierten Gefiederten bei der Leistungsschau, wird ein Seitenblick auf unsere gackernden Hühner, auf die watschelnden Enten und die schnatternden Gänse geworfen, auf „Unser liebes Federvieh“. Die flatternde Viecherei aus dem Landesstudio OÖ. ist zu sehen in einem „Unterwegs in Österreich“, am Samstag, 12.November um 16.30Uhr in ORF2.

 

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